Viagra, die Rettung aus der Not

viagraDie Sexualität ist etwas grundlegend wichtiges im menschlichen Leben. Leidet diese, aus welchem Grund auch immer, leidet die persönlich betroffene Person als auch die gesamte zwischenmenschliche Beziehung zwischen ihr und ihrem Partner. Eine sehr weit verbreitete Ursache für Probleme im Sexualleben ist die erektile Dysfunktion. Genau ist nicht bekannt, wie viele Männer darunter leiden, es gibt eine sehr hohe Dunkelziffer. Der Grund ist einfach. Die meisten Männer definieren ihr Selbstbild auch über ihre Sexualität. Der Mann muss potent und immer bereit sein, seine Partnerin zu befriedigen. Klappt dies jedoch nicht, wird das Selbstbild beschädigt und die eigene Identität muss zwangsläufig leiden. Der Betroffene sieht sich schon selbst als Schlappschwanz, noch schlimmer wäre es, wenn ihn andere auch so wahrnehmen würden. Das Thema „erektile Dysfunktion“ ist mit einem undurchdringlichen Tabu belegt – denken viele. Also ziehen sich viele Männer zurück und suchen sich keine Hilfe.

Ein Zufallsfund als Segen für die Männerwelt

Dabei sind heute Hilfe und Abhilfe leicht zu finden. Das Thema der erektilen Dysfunktion wird zunehmend enttabuisiert. Niemand wird Betroffene, die an einer Erektionsstörung leiden, verurteilen. Auch die Partnerin wird den Mann nicht als Versager sehen, wenn es einmal im Bett nicht so klappt. Auch wenn viele dies in ihrer irrationalen Angst denken. Einen wesentlichen Anteil an der Enttabuisierung hat das Unternehmen Pfizer. Der US-amerikanische Pharmakonzern experimentierte in den 1990er Jahren mit einem neuen Wirkstoff, dem PDE-5-Hemmer Sildenafil, in der Hoffnung, ein Mittel zur Therapie von Bluthochdruck und Angina Pectoris zu finden. Die Arbeiten wurden ein jedoch ein gnadenloser Fehlschlag, dafür entdeckten die Forscher etwas nicht minder Bahnbrechendes. Bei den Tests mit Sildenafil zeigte sich, dass die meisten Männer, die als Folge ihrer Krankheiten an einer erektilen Dysfunktion litten, plötzlich wieder eine Erektion aufbauen konnten. Nachfolgende Versuche belegten die Wirkung von Sildenafil. Ende der 90er Jahre brachte Pfizer den Wirkstoff unter dem Namen Viagra auf den Markt, die kleinen, blauen Tabletten eroberten die Welt im Sturm. Heute ist Viagra in aller Munde und hat sich zum Synonym für sämtliche Potenzmittel entwickelt.

Wirksames Präparat

Der Wirkstoff des Präparates Viagra funktioniert ebenso wie die später entwickelten PDE-5-Hemmer. Er sorgt für die vermehrte Bildung eines für eine Erektion wichtigen Botenstoffes sowie für eine Erweiterung der Blutgefäße im Unterleib, wodurch der Penis besser mit Blut versorgt werden kann, welcher dadurch versteift. Wie Untersuchungen belegen, verhilft Viagra zwei Dritteln der Männer, die das Präparat einnehmen, zu einem befriedigerenden Sexualleben. Kurios ist allerdings, dass in einigen Tests mit dem Potenzmittel plötzlich auch einige Probanden der Kontrollgruppe, die lediglich ein wirkungsloses Placebo erhielten, eine Erektion aufbauten. Dies ist wohl dem großen Vertrauen in den Namen Viagra und die damit verbundene, beflügelnde Hoffnung der Probanden verbunden. Die PR-Abteilung Pfizers hatte ganze Arbeit geleistet. Viagra wird im Schnitt eine halbe Stunde bis eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen, damit sich die erwünschte Wirkung pünktlich einstellen kann. Je nach zuvor eingenommener Nahrung hält die Wirkung bis zu acht Stunden lang an.

Nebenwirkungen

Leider ist Viagra, anders als die meisten der potenzsteigernden Präparate, die aus der Natur gewonnen wurden, ein Medikament, das für bestimmte Risikogruppen nicht geeignet ist und bei dem es nach der Einnahme zu Nebenwirkungen kommen kann. Daher unterliegt das Medikament in Deutschland, Österreich und in der Schweiz der Rezeptpflicht. Viagra und Generika von Viagra können allerdings in Apotheken, die in Ländern liegen, in denen diese Pflicht nicht gilt, ohne Rezept bezogen werden. Männern, die unter Erkrankungen der Leber oder des Herz-Kreislauf-Systems leiden, wird jedoch von der Einnahme des Präparates dringend abgeraten. Zudem sollten Betroffene, die andere Medikamente zu sich nehmen müssen, die Einnahme von Viagra mit ihrem Arzt abklären, da es bei einigen Präparaten wie nitrithaltigen Stoffen oder HIV-Protease-Hemmern zu Wechselwirkungen kommen kann, die gefährliche Konsequenzen haben können. Bekannte Nebenwirkungen sind Kopfweh, Schwindelgefühle, Muskelschmerzen und eine temporäre Beeinträchtigung der Sehfähigkeit.