SM als Trend – bin ich dem noch gewachsen?

Beim Sex ist es wie im restlichen Leben in der modernen Welt. Trends kommen und Trends gehen. Dies fängt an bei der anregenden Kleidung wie Negligés aus Spitze oder Seide, die vor allem in den 80ern und frühen 90ern modern waren, und den nahezu zeitlosen Strapsen und endet nicht zuletzt bei bestimmten Praktiken, die auch medial befördert werden. Ein Trend, der seit einiger Zeit auf dem Vormarsch ist, wurde bislang von den meisten Menschen eher skeptisch betrachtet – SM. Zudem war SM eher eine Domäne für Männer, Frauen waren weniger daran interessiert außer als Dominas in Studios. Dies ändert sich nun allerdings dank eines Buches.

Ein Roman, der die Tabus brach und SM salonfähig machte

Der Trend zum SM und das neue Verständnis zu den Praktiken wurde 2011 auf dem Buchmarkt angestoßen, als der Roman „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James veröffentlicht wurde. Das Buch schlug ein wie eine Bombe, denn es brach einige Tabus. 2015 folgte die Verfilmung, so dass der Stoff auch Menschen bekannt wurde, die kaum ein Buch in die Hand nehmen und somit eine weitere Verbreitung folgte. Die Besonderheit an dem Buch war, dass es sich speziell an Frauen richtete.

Nach den Frauenzeitschriften nahmen Zeitschriften für Männer das Thema auf

Zahlreiche Frauenzeitschriften nahmen das Thema auf und gaben Tipps zu den verschiedenen Praktiken und wie sie richtig ausgeführt werden. Und da zu Sex und damit auch zu SM immer zwei gehören, zogen auch die Männerzeitschriften nach und gaben ebensolche Tipps. Und das war eine gute Entscheidung, denn nicht wenige Männer waren irritiert von den neuen Wünschen ihrer Frauen und zitterten vor dem abendlichen und zuckersüß gehauchten „Duhuuu, wollen wir nicht einmal etwas ausprobieren?“. Viele Männer waren – und sind es zum Teil noch immer – schlicht überfordert und konnten sich nur langsam darauf einstellen. Dabei muss niemand vor etwas zittern, außer vor der eigenen Angst, die aus den alten Klischees resultiert. Diese Klischees haben allerdings zumeist nicht einmal einen wahren Kern.

Dunkle Keller, Peitschen, Lack und Leder, viel Blut und blaue Flecken?

SM ist, wie viele bereits ahnen, ein Kürzel, das sich aus den Begriffen „Sadismus“ und „Masochismus“ zusammensetzt. Die meisten Menschen haben bei dem Begriff jetzt dunkle Keller mit kahlen Wänden vor dem Auge, in denen seltsame Gerätschaften und hölzerne Kreuze stehen und an denen nackte Männer gefesselt sind, die von dominanten Frauen in knapper und eng anliegender Kleidung aus Lack oder Leder mit verschiedenen Utensilien und Peitschen bearbeitet werden. Für viele ein wenig reizvoller Gedanke. Zwar ist dies auch eine Spielart des SM, allerdings eben nur eine von vielen, denn SM ist eine sehr vielschichtige sexuelle Praktik.

SM ist nicht nur Sadismus und Masochismus

Beim SM müssen nicht unbedingt Peitschen und schmerzhafte Klemmen involviert sein, ja nicht einmal Schmerzen kommen bei vielen Praktiken vor. Denn zum SM gehören mehr als Sadismus, bei dem der agierende Part seine Lust daraus zieht seinem Partner Lust zu bereiten, indem er ihn sich unterwirft und ihm Schmerzen zufügt. Und eben auch mehr als Masochismus, in welchem der passive Partner Lust aus der Unterwerfung und den ihm zugefügten Schmerzen gewinnt. Die Lust an der Dominanz und der Unterwerfung gehören allerdings immer dazu, nur in eben verschiedenen Formen. Bei Spielarten, in denen es auch um Dominanz und Unterwerfung geht, hat der agierende Part keine sadistische Neigung, sondern nur eine dominante. Der sich unterwerfende Part ist nicht masochistisch veranlagt, sondern ist nur devot und wird kurz „Sub“ genannt oder auch humor- und liebevoll „Subbie“. Allerdings sind alle Spielarten von SM nicht unbedingt klar voneinander abgegrenzt, die Grenzen sind eher fließend. Trotzdem können einige Schwerpunkte ausgemacht werden.

Fesselspielchen und Kitzeln mit Federn

Wie bereits erwähnt, sind Sadismus und Masochismus und damit verbundene Schmerzen nicht die einzigen Bestandteile von SM, wenn auch die bekanntesten und namengebenden. Softer SM fängt bereits bei Fesselspielen an und einem lustvollen Kitzeln mit einer Feder an empfindlichen Körperstellen – wobei ein bekannter Witz betont, dass es sich dabei idealerweise nur um die Feder handeln soll. Experimentierfreudigere Neulinge im Bereich SM können Spiele mit heißem Wachs wählen oder kompliziertere Fesselspiele wie Bondage, einer Fesseltechnik aus Asien. Diese Fesseltechniken brauchen allerdings einiges an Übung, damit es nicht zu schmerzhaft ist und Verletzungen vermieden werden.

Klares Gefälle der Hierarchie und der Macht

Weitere Varianten der schmerzfreien SM-Spielchen sind Rollenspiele mit einem klaren Gefälle in der Hierarchie und der Macht der aktiven und passiven Partner, ein Spiel mit der Dominanz und Unterwerfung. Hierzu gehören etwa Rollenverhältnisse wie Lehrer und Schüler oder Vorgesetzter und Angestellter. Auch Spiele, in denen der passive Partner die Rolle eines Tieres annimmt und der dominante Part des Herrchens gehört dazu, das sogenannte „Petplay“. In den meisten Fällen ist bei den Rollenspielen kein Einsatz von Equipment notwendig, allerdings werden extra Utensilien gern genutzt, um die Phantasie und die Intensität des Spiels zu verstärken. Die Varianten der Rollenspiele sind beinahe zahllos, erlaubt ist, was beiden Partnern gefällt und ihre Phantasie hergibt. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, könnte sich in den Weiten des Internets weitere Anregungen holen. Warum nicht einmal nachschlagen, was Pegging ist?

Extremere Varianten des schmerzfreien SM

Beliebt ist es auch, einen gewissen Teil der Sexualität des devoten Parts dem dominanten Part zu übergeben, etwa indem der Sub mit einem verschlossenen Keuschheitsgürtel ausgestattet wird, der eine Erregung unterbindet. Der Schlüssel wird natürlich dem dominanten Partner übergeben, dem sogenannten Keyholder oder der Keyholderin, der entscheidet, wann und wo der Sub aufgeschlossen wird. Eine extremere Form, des schmerzfreien SM ist das Vorführen des devoten Partners in der „Öffentlichkeit“, etwa nackt, wobei der Sub gern verschlossen wird. Hierbei sollte beachtet werden, dass „Öffentlichkeit“ bewusst in Anführungsstrichen geschrieben wurde, da bei dieser Praktik außer bei speziellen Demos, die seit einigen Jahren in einigen Städten stattfinden, nicht wirklich die Öffentlichkeit aufgesucht wird, um sich nicht strafbar zu machen. Die Vorführung in geschlossenen Räumen zu speziellen Veranstaltungen vor vielen Menschen ist allerdings erlaubt und beliebt. Allgemein gilt bei SM, erlaubt ist, was gefällt (und nicht strafbar ist).

Schneller eine Erektion bekommen

Viele Männer sind den etwas extremeren Spielen nicht abgeneigt. Gerade Männer, die an einer leichten erektilen Dysfunktion leiden und etwas mehr sexuelle Stimulation benötigen, um eine Erektion zu erhalten, neigen dazu, da sie auf diese Weise eben schneller eine Erektion erhalten. Wer SM allerdings nur als Hilfsmittel braucht und sonst mit der Szene – wer will auch Lebensart, denn einige Menschen leben ihre Neigung auch 24/7 aus – nichts anfangen können, kann seine schnellere Erektion auch einfacher haben. Auch Männer, die gern den Wünschen ihrer Frau nachkommen und die neuen Spielarten ausprobieren wollen, jedoch keine Erektion bekommen, weil sie zu aufgeregt sind, können auf die Hilfsmittel zurückgreifen – Viagra, Cialis oder Levitra.

Potenzmittel sind kein Spielzeug, vorher der Einnahme immer Rücksprache mit dem Arzt halten

Allerdings sollte davon abgesehen werden, die Potenzmittel wie Viagra Generika, Cialis Generika und Levitra Generika zu sehr ins lustvolle Spiel mit einzubinden. Die kleinen Pillen dienen nur der Vorbereitung auf den Geschlechtsverkehr und sind kein Spielzeug, sondern Medikamente, die Risiken und Nebenwirkungen haben können. Daher sollten die Pillen auch nicht in Eigenregie besorgt und ausprobiert werden, sondern immer nur in Rücksprache mit dem Arzt, um Herauszufinden, ob man die Potenzmittel überhaupt einnehmen darf und nicht ungeeignet ist, etwa aufgrund einer bestimmten Vorerkrankung. Ist dies geklärt, steht dem lustvollen Spiel mit der Dominanz und der Unterwerfung oder auch den Schmerzen nichts mehr im Wege. Und wer will, kann ja switchen.