Schnell, schneller Levitra

levitraJahrtausende lang hat die von Erektionsstörungen geplagte Männerwelt versucht, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei war sie auf Präparate angewiesen, die sie aus der regionalen Flora und Fauna gewinnen mussten. Diese wirkten zumeist mehr schlecht als recht, die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe schwankte stark, doch zumindest gab es einen Weg, die erektile Dysfunktion zu behandeln. Seit 1998 gibt es zuverlässigere Möglichkeiten. Das Potenzmittel Viagra schlägt bei mehr als zwei Dritteln der Männer an, wie Untersuchungen zeigten. Knapp eine Stunde nach der Einnahme entfaltet das Medikament seine Wirkung. Doch manchen Männer geht es immer noch nicht schnell genug.

Neben Zuverlässigkeit ist vor allem der schnelle Eintritt der Wirkung wichtig

Das Pharmaunternehmen Bayer hat im Jahr 2007 eine Studie in Auftrag gegeben, die die Bedürfnisse und Wünsche von Männern untersuchen sollte, die unter einer erektilen Dysfunktion leiden. Die Untersuchung ergab, dass den Betroffenen neben der Zuverlässigkeit des Potenzmittels vor allem der schnelle Eintritt der Wirkung wichtig ist. Besonders bei der Ersteinnahme des Potenzmittels sollte der schnelle Eintritt der Wirkung gegeben sein. Wie die britischen Forscher, die die Studie von Bayer im Auftrag durchführten, herausfanden, verzichteten knapp ein Drittel der Probanden auf einen weiteren Versuch mit dem Potenzmittel, wenn es sich bei der Ersteinnahme als zu unzuverlässig erwiesen hatte. Zwei Drittel der Befragten gaben an, generell auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, wenn das eingenommene Potenzmittel nur spät oder gar nicht die gewünschte Wirkung zeigte. Zudem nage es stark am Selbstwertgefühl, wenn sich die Erektion nicht einstellen wolle, obwohl man ein Potenzmittel genommen habe. Dies bemängelten ebenfalls zwei Drittel der Probanden.

Schnellerer Eintritt der Wirkung, längere Wirkdauer

Diesen Bedürfnissen und Wünschen kommt das deutsche Pharmaunternehmen Bayer HealthCare allerdings bereits seit 2003 nach, als die Firma das Präparat Levitra auf den Markt brachte. Ebenso wie Viagra, der Klassiker von Pfizer, basiert das Medikament auf einem Wirkstoff aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer. Die Wirkung beider Medikamente ist daher weitgehend gleich. Sie sorgen für eine verstärkte Ausschüttung von Hormonen sowie eines Botenstoffes, der für die Bildung einer Erektion wichtig ist. Zudem unterstützt es die Durchblutung der Beckenregion, der Penis wird verstärkt mit Blut versorgt, wodurch eine leichtere Versteifung zustande kommt. Unterschiede zwischen den beiden Viagra und Levitra gibt es dennoch. Der Klassiker aus dem Hause Pfizer braucht 30 Minuten bis eine Stunde, um seine Wirkung zu entfalten. Bei Levitra tritt der gewünschte Effekt bereits nach zehn Minuten ein. Zudem hält die Wirkung des Präparates von Bayer bis zu zwölf Stunden lang an, bei Viagra verfliegt die Wirkung bereits nach sechs Stunden. Studien zeigten darüber hinaus, dass Levitra gut verträglich ist und bei den meisten Männern anschlägt. Demnach konnten in einer Doppelblindstudie 87 Prozent der Probanden eine Erektion aufbauen, mit der sie den Geschlechtsakt vollziehen konnten, der bei 83 Prozent zum Orgasmus führte.

Risiken und Nebenwirkungen

Leider ist Levitra immer noch ein Medikament, das auch Nebenwirkungen nach sich ziehen kann. Da der Wirkstoff des Präparates ebenso wie der Wirkstoff von Viagra aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer kommt, haben beide Medikamente auch ähnliche Risiken. Zunächst einmal sind sowohl Levitra als auch Viagra nicht für bestimmte Risikogruppen geeignet. Betroffene, die unter Erkrankungen mit dem Herz-Kreislauf-System oder unter Leberschäden leiden, sollten die Einnahme der Medikamente unbedingt mit ihrem Arzt absprechen. Bekannte Nebenwirkungen sind Kopfweh, Schwindel und Verdauungsstörungen. Gelegentlich wird auch von Muskelschmerzen berichtet, seltener von einer Einschränkung der Seh- und Hörfähigkeit, die jedoch zeitlich begrenzt ist. Darüber hinaus sollten Menschen, die zusätzlich Medikamente einnehmen, beachten, dass es zu Wechselwirkungen mit bestimmten Präparaten kommen kann. Besonders gefährlich kann die Kontraindikation von Levitra und Viagra mit nitrithaltigen Medikamenten oder HIV-Protease-Hemmern werden.

Rezeptpflicht und Haltung der Krankenkassen

Levitra ist wie das Präparat aus dem Hause Pfizer in Deutschland, Österreich und in der Schweiz rezeptpflichtig, es kann jedoch ohne Rezept in Apotheken aus dem Ausland bezogen werden, in denen diese Pflicht nicht gilt. Aus den eben genannten Risiken und Nebenwirkungen ist jedoch ein Besuch beim Arzt vor der Einnahme angeraten. Dieser kann zudem die richtige Dosis für den Betroffenen festlegen, wodurch ein Experimentieren entfällt, das gefährlich werden könnte. Die Kosten für Levitra muss wie bei allen Potenzmitteln der Betroffene selbst tragen. Diese Medikamentengruppe wurde von den Krankenkassen als Lifestylepräparate eingeordnet. Diese Präparate dienen nicht zur direkten Behandlung von Krankheiten, sondern sollen nur den Lebensstandard anheben und sind somit nicht erstattungsfähig.