Potenz nach dem Simile-Prinzip

erektile DysfunktionDie klassische chinesische Medizin wird seit vielen Generationen praktiziert und ist weit über die Grenzen des Reiches der Mitte bekannt. Zahlreiche Chinesen vertrauen auf die bewährten Heilungsmethoden, so dass auch die westlicheSchulmedizin diese nicht verdrängen konnte. Dabei ist die Wirksamkeit der auf homöopathischen Prinzipien beruhenden Medizin in vielen Fällen umstritten. Doch eine Wirkung der Präparate ist oftmals nicht wegzuleugnen.

Similia Similibus Curentur

Ein Grundprinzip der Homöopathie und damit auch der traditionellen chinesischen Medizin ist das Similie- oder Ähnlichkeitsgesetz, das auf dem Gedanken „similia similibus curentur beruht, zu deutsch: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Das Prinzip, das auf antike Heilmethoden zurückgeht und von dem Arzt Dr. Samuel Hahnemann formuliert wurde, beruht auf der Erkenntnis, dass Substanzen, die eine ähnliche Wirkung hervorrufen wie die Krankheit, als Arzneimittel eingesetzt werden können. So könne die Chinarinde verwendet werden, um Malaria zu heilen, da das Präparat bei gesunden Menschen Reaktionen auslöst, die eben der Malaria ähneln. Manche Homöopathen gehen sogar so weit zu sagen, dass bereits das Aussehen von Pflanzen oder Tieren Aufschluss darüber gibt, gegen welche Krankheit sie eingesetzt werden können. Und für welches Problem könnte nach diesen Grundüberlegungen eine sogenannte „Penismuschel“ verwendet werden, die eben so aussieht wie ein Phallus? Genau. Zumal diese Tierart in der Lage ist, sich ein volles Jahrhundert lang fortzupflanzen.

Teure Delikatesse in Asien

Das war auch die Überlegung einiger Chinesen, als sie die Muschel vor einigen Jahrzehnten in Kanada entdeckten. Bis zu diesem Zeitpunkt führte diese Tierart, die nur im Nordwestpazifik vorkommt, ein ruhiges und friedliches Leben im Schattendasein. Kaum jemand interessierte sich für die Penismuschel. Die Einwanderer aus dem asiatischen Raum jedoch, die sich an das Simile-Prinzip der traditionellen chinesischen Medizin erinnerten, zeigten allerdings plötzlich lebhaftes Interesse an der Muschel, als sie diese in British Columbia fanden. Sie nannten diese fortan Geoduck-Muschel und begannen, diese zu exportieren. Heute ist sie eine Delikatesse in China, Japan und Macao.

Bislang keine Untersuchungen zur potenzsteigernden Wirkung

Heute ist das Geschäft mit der Penismuschel in Nordamerika sehr lukrativ, da auf dem asiatischen Markt sehr hohe Preise dafür bezahlt werden. Ansonsten spielt die Muschel in Kanada und den USA weiterhin keine große Rolle. Der Grund für das Interesse in Asien liegt nicht nur in dem zarten, leicht süßlich schmeckenden Fleisch der Penismuschel begründet, sondern vor allem an ihrer potenzsteigernden Wirkung, an die im asiatischen Raum fest geglaubt wird. Ob die Muschel tatsächlich diese Wirkung entfaltet, ist umstritten. Bislang gibt es keine schulmedizinischen Untersuchungen dazu, die dies bestätigen können. Doch egal, ob ein Placeboeffekt zu der gesteigerten Potenz führt oder nicht, ein Versuch ist es wert. Zumal die Muschel wohl keine Nebenwirkungen aufweisen wird und vorzüglich schmeckt, wodurch sie sich hervorragend für ein romantisches Abendessen vor einen gemütlichen Tête-à-Tête eignet.