Luststeigernde Präparate für Frauen

lovegraLange Zeit hatte die moderne Pharmaindustrie bei der Herstellung neuer Präparate zur Steigerung der Lust hauptsächlich die Erektionsprobleme der Männerwelt im Auge. Doch in den vergangenen Jahren hat sich der Blick gewendet und die Unternehmen haben zunehmend die Libidoprobleme der Damenwelt ins Visier genommen. Überraschenderweise mussten sie an ihren Präparaten, die sie für die Männerwelt geschaffen hatten, kaum etwas ändern.

Alleskönner Sildenafil 

Der PDE-5-Hemmer Sildenafil ist seit einigen Jahren auf dem Markt und dementsprechend gut erforscht. Im Laufe der Jahre offenbarte der Wirkstoff erstaunliche und bisweilen auch skurrile Fähigkeiten. So zeigte sich, dass Blumen länger frisch bleiben, wenn sie mit dem Wirkstoff behandelt werden. Zudem wurde in den letzten Jahren belegt, dass Sildenafil nicht nur der Männerwelt bei der Behandlung ihrer Libidoprobleme hilft, sondern auch den Frauen. Dies liegt daran, dass die Sexualität trotz aller äußeren Unterschiede bei beiden Geschlechtern recht gleich ist. Grundlegend ist eine gute Durchblutung des Gewebes in der Beckenregion. Dies kann aus unterschiedlichen Gründen nicht gegeben sein. Stress, Depressionen oder andere psychische Probleme können dazu führen, dass eine ausreichende Entspannung nicht erfolgt und somit die Durchblutung der Region verhindert wird.

Bessere Durchblutung der Beckenregion 

Auch körperliche Ursachen können der Grund für eine Störung des weiblichen Lustempfindens sein. Krankheiten wie Diabetes und eine Entzündung der Eierstöcke oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie eine Hormonumstellung etwas in der Menopause oder nach einer Schwangerschaft können das Lustempfinden der Frau ähnlich wie beim Mann empfindlich stören. Und ebenso ähnlich wie beim Mann gibt es dafür Abhilfe. In der Männerwelt hat sich seit 1998 der Wirkstoff in dem Präparat „Viagra“ bestens bewährt. Dieser Wirkstoff namens „Sildenafil“ gehört zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Wirkstoffe dieser Gruppe sorgen für eine Entspannung der Muskulatur in der Beckenregion und damit für eine bessere Durchblutung. Die Nervenenden im Beckenbereich und vor allem in der Klitoris werden angeregt, die Frau wird reizbarer. Zudem wird durch die bessere Durchblutung in dieser Region die Bildung von Scheidenflüssigkeit angeregt.

Stärkere Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin

Zudem wurde ein weiterer Effekt von Sildenafil entdeckt, der sich ebenfalls positiv auf das weibliche Lustempfinden auswirkt. Der Wirkstoff fördert die Bildung von Oxytocin, einem weiblichen Hormon, das im Hypophysehinterlappen gebildet wird und das umgangssprachlich unter dem Begriff „Kuschelhormon“ bekannt ist. Die positive Wirkung dieses Hormons ist bereits seit mehr als 100 Jahren bekannt. Oxytocin wird überwiegend nach einer Schwangerschaft ausgeschüttet oder während dieser künstlich eingesetzt, um die Wehen und den Milchfluss anzuregen. Das Hormon sorgt für eine stärkere Bindungsfähigkeit, Vertrauen und ein höheres Bedürfnis nach körperlicher Nähe.

Lovegra zur Behandlung der weiblichen Unlust 

Der Klassiker Viagra ist also dank seines Wirkstoffes Sildenafil auch für die Behandlung der weiblichen Unlust geeignet. Ein Unisex-Medikament wird es dennoch nicht, da die Pharmaindustrie bereits für ein Äquivalent von Viagra gesorgt hat, das speziell auf die Bedürfnisse der Damenwelt zugeschnitten ist. Dies ist nicht zuletzt an dem Produkt namens Lovegra selbst zu erkennen. Ist die Tablette noch wie Viagra rautenförmig, um den Wiedererkennungswert an das Präparat von Pfizer zu erhöhen, wurde Lovegra statt in Blau ganz klassisch in Rosa eingefärbt.

Anregendes Nasenspray

Allerdings können sowohl Frauen als auch Männer den Zwischenhändler „Sildenafil“ wohl bald umgehen. Die Pharmaindustrie arbeitet derzeit angestrengt daran, das Kuschelhormon Oxytocin in Präparatform zu bringen und zur Marktreife zu entwickeln. Damit kann es wie ein Nasenspray direkt verabreicht werden. Leider dauert die Entwicklung noch etwas, da sich eine unerfreuliche Nebenwirkung gezeigt hat, die noch gelöst werden muss. Die erhöhte Bindung löst nämlich einen evolutionären Schutzmechanismus aus. Nähern sich rivalisierende Menschen mit einem erhöhten Oxytocin-Spiegel, wird ein Schutzmechanismus aktiviert, die Betroffenen reagieren aggressiver. Bei Menschen mit ohnehin bereits latent erhöhter Aggressivität kann sich diese sogar gegen den Partner richten.