Schlechte Laune in der dunklen und kalten Jahreszeit? So wird sie besser

Der Mensch ist ein Lebewesen, das ja nach Typ und Sensibilität sehr eng mit seiner Umwelt verbunden ist. Dies kann etwas sehr Faszinierendes sein und für schöne Erlebnisse sorgen, etwa, wenn im Frühling jedes Jahr aufs Neue die Nasenspitze kitzelt, der Wald neu belebt wird und die Blumen sprießen. Allerdings ist die Stimmung solch feinfühliger Menschen auch sehr saisonabhängig und leider kann nicht immer Frühling oder Sommer sein. Für nicht wenige Menschen fällt mit den Blättern der Bäume im Herbst auch die Laune und wenn der Winter in der Welt anbricht, beginnt für sie auch der Winter der Seele. Es gibt aber einige Möglichkeiten, sich aus dem Keller wieder herauszuholen, in den einen die kalte und dunkle Jahreszeit verbannen möchte.

Jedes Jahr aufs Neue – die saisonal-affektive Störung

Herbstlied

Der Frühling hat es angefangen,
Der Sommer hat’s vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
So mancher Apfel lacht!

Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
Er teilt sie fröhlich aus.
Und geht dann wie am Bettelstabe, 
Ein armer Mann, nach Haus.

Voll sind die Speicher nun und Gaben,
 Dass nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
Er aber will es nicht.

Er will uns ohne Dank erfreuen,
Kommt immer wieder her:
 Lasst uns das Gute drum erneuen,
 Dann sind wir gut wie er.

Wem nach der Lektüre dieser durchaus nicht negativen und nur wenig melancholischen Zeilen des Dichters August Heinrich Hoffmann von Fallersleben das Gemüt nun trübe ist, wer nun gern ins Bett kriechen, sich die Decke über den Kopf ziehen und es den Igeln und Bären gleich tun möchte, die scheinbar klug genug sind, die dunkle und kalte Jahreszeit zu verschlafen, um erfrischt im Frühling wieder zu erwachen, gehört zu der Gruppe der feinfühligen Menschen, die an einer Herbst- oder Winterdepression leiden. Ganz nüchtern werden diese Depressionen fachlich als „saisonal-affektive Störung“, also als emotionale Störung bezeichnet, die von der Jahreszeit abhängt. Sie ist als Erkrankung anerkannt und den depressiven Störungen im ICD-10 zugeordnet. Diese nüchternen Fakten und Begriffe können allerdings nicht einmal im Ansatz das Gefühl beschreiben, das die betroffenen Menschen jedes Jahr aufs Neue überfällt und herunterzieht.

Stark getrübte Stimmung

Das Gefühl ist auch Menschen zu vermitteln, deren Stimmung im Herbst und Winter nicht so stark getrübt wird. Denn auch sie merken in Ansätzen die Entwicklung. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die Witterung nasskalt und früh am Morgen wallen Nebel durch die Straßen. Besonders gravierend sind die wenigen Sonnenstunden. Man fährt morgens in der Dunkelheit zur Arbeit und kommt in der Dunkelheit nach Haus. Wenn nun die Erinnerung an den vergangenen Urlaub am Strand oder in den Bergen noch frisch in der Erinnerung ist, wird es noch schlimmer. Die Symptome der Herbstdepression werden stärker und intensiver.

Typische Symptome für eine Depression

Eine Herbstdepression zu erkennen, ist vergleichsweise einfach, wenn man weiß, worauf zu achten ist. Wie bei anderen Depressionen sinken die Energie und der Antrieb, sie weichen einer bedrückten Stimmung, Ängstlichkeit kommt auf. Zudem ziehen sich betroffene Menschen nach und nach von ihren sozialen Kontakten zurück, ihr Selbstwert und das Selbstbewußtsein sinken deutlich. Es gibt allerdings einige Anzeichen, die für eine Depression atypisch sind, wodurch die Herbstdepression nicht mit weiteren Depressionsformen verwechselt werden können.

Atypische Symptome

Anders als in herkömmlichen Depressionen neigen die Betroffenen in einer Herbstdepression aufgrund des gesunkenen Energieniveaus zu längeren Schlafphasen. Zudem nehmen die Menschen in einer Herbstdepression zu, da ihr Appetit auf Kohlehydrate steigt und sie mehr Süßigkeiten essen, um die Stimmung zu heben. Aus diesem Grund kommt es auch zu einer Gewichtszunahme, Betroffene anderer depressiver Erkrankungen hingegen leiden an Appetitlosigkeit und nehmen ab.

In den Urlaub fahren

Sind diese Symptome erkannt und ist die Herbstdepression diagnostiziert, kann etwas dagegen unternommen werden. Die naheliegendste Lösung wäre natürlich ein Urlaub in sonnigen Regionen, doch kaum jemand ist in der glücklichen Lage, über den Herbst und Winter mal eben von einem anderen Ort aus zu arbeiten. Aber niemand muss sich im Herbst oder Winter einen Urlaub leisten können. Bei leichteren Formen der Herbstdepression kann jeder selbst mit natürlichen Stimmungsaufhellern etwas dagegen unternehmen.

Natürliche Stimmungsaufheller

Zunächst einmal sollte die Ernährung auf viel Obst sowie mineralstoffreiche Lebensmittel umgestellt werden, um die Blutbildung zu verbessern und den Stress zu senken. Dies gelingt auch mit Tees, die Johanniskraut oder Rosenwurz enthalten. Die Kräuter wirken sehr beruhigend auf die Seele. Zudem sollten die Sinnesreize positiv beeinflusst werden. Wem bei dem grauen Anblick draußen zum Haareraufen ist, sollte seine Umgebung mit hellen und freundlichen Farben auflockern. Mit Aromaölen etwa im Badewasser hingegen kann der leicht modrige Herbstgeruch aus der Nase verbannt werden.

Auch bei der Herbstdepression – Sex hilft in allen Lebenslagen

Ein ganz wichtiges „Hausmittel“ bei einer leichten Herbstdepression ist Sex. Orgasmen steigern die Produktion von Glückshormonen und führen zu einer allgemeinen Wohlbefindlichkeit. Und wenn man schon den Drang hat, ins Bett zu gehen, kann man auch gleich etwas Produktives darin machen und sich nicht die Decke über den Kopf ziehen. Herbstwetter ist schließlich Kuschelwetter. Wer angesichts der trüben Stimmung Startschwierigkeiten hat, kann auf kleine Helferlein wie Viagra zurückgreifen. Allerdings sollte vor der Einnahme des Präparates ein Arzt aufgesucht werden, um auszuschließen, dass die Erektionsstörung von einer anderen, unentdeckten Erkrankung versursacht wird, die einer Behandlung bedarf.

Ärztliche Hilfe bei schwereren Herbstdepressionen

Der Arzt kann auch weitere Ratschläge zur Herbstdepression geben oder bei einer schweren Form neue Behandlungsmethoden verschreiben. Zwar sind noch einige Fragen zur Herbstdepression offen, die erforscht werden müssen, doch eine Erkenntnis gilt als gesichert und zwar, dass diese Form der Depression durch einen Mangel an Licht ausgelöst wird. Aufgrund dieses Mangels produziert der Körper zu wenig Vitamin D, was sich auch auf die Stimmung auswirkt. Eine Lösung hierfür wäre die Zufuhr von Vitamin D über spezielle Präparate oder eine Lichttherapie. Wenn Spaziergänge im Freien nicht mehr genug Licht spenden, kann eine Tageslichtlampe helfen. Bei sehr schlimmen Formen der Herbstdepression, bei denen auch eine Tageslichttherapie nicht mehr hilft, kann der Arzt zur symptomatischen Behandlung greifen und Antidepressiva verschreiben, welche die Konzentration von Glückshormonen im Körper steigern. Dies ist allerdings wirklich das letzte Mittel.