Die erektile Dysfunktion als Chance begreifen

Nein, der Titel „Die erektile Dysfunktion als Chance begreifen“ leitet keine Satire ein, auch wenn diese einige Männer nun vermuten könnten. Im Leben eines Mannes können zahlreiche Lebenskrisen und Schicksalsschläge auf ihn warten. Dies ist ganz normal, so bitter es ist, sie gehören zum Leben dazu. Wer sich dies bewußt ist, kann diese schweren Zeiten besser bewältigen als jemand, der blind hineinläuft. Und eine der größten Krisen für einen Mann ist wohl, wenn er an einer erektilen Dysfunktion leidet. Dies hat viele Gründe. Doch seit einigen Jahren ist dieser Schicksalsschlag weniger erschütternd, die erektile Dysfunktion kann hervorragend und nachhaltig behandelt werden. Von daher kann und sollte es auch bei der erektilen Dysfunktion ein Umdenken geben. Denn wie jede andere Lebenskrise kann auch diese als eine Chance angesehen werden, wenn sie vom richtigen Standpunkt aus betrachtet wird.

Die vermeintliche Krise einer Neubetrachtung unterziehen

Der Schriftsteller Max Frisch brachte das optimale Krisenmanagement einmal mit den Worten „Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“ auf den Punkt. Besser kann wohl kaum zusammengefaßt werden, wie mit den schweren Zeiten umgegangen werden sollte, die den Menschen im Laufe ihres Lebens begegnen. Zunächst einmal sollte der Begriff der „Krise“ aus dem persönlichen Vokabular gestrichen und durch die treffende Alternative der „Herausforderung“ ersetzt werden. Denn die erfolgreiche Bewältigung einer schweren Zeit ist nichts anderes. Und an Herausforderungen, die erfolgreich absolviert werden, wächst der Mensch. Denn „Auf den Böden der Krisen wachsen oft regelrechte Riesen“, wie der Hochschullehrer Michael Marie Jung zusammenfaßt. Da die Besetzung der Krise mit einem neuen Begriff eine psychologische Augenwischerei ist, wie jedem klar sein dürfte, muß noch ein letzter Schritt gemacht werden. Und zwar den eigenen Standpunkt zur Krise beziehungsweise zur Herausforderung zu ändern und einer kompletten Neubetrachtung zu unterziehen, nüchtern alle damit zusammenhängenden Faktoren auf den Tisch zu legen.

Veraltete Vorstellungen führen in die Krise

Dies betrifft auch die erektile Dysfunktion, ein Phänomen, mit dem sich kein Mann gern beschäftigt und wenn doch einmal eine Beschäftigung damit stattfindet, ist das Kind in der Regel bereits im Brunnen gelandet und der Betroffene leidet bereits an einer erektilen Dysfunktion. Denn eine Erektionsstörung trifft einen Mann sehr tief und rüttelt an seinen Grundfesten, an seiner Identität als Mann. Denn ein Mann ist im Verständnis der meisten Menschen immer potent, immer stark und kann im Bett jederzeit seinen Mann stehen und seine Partnerin befriedigen. Wenn dies nicht mehr der Fall ist, empfindet sich der Betroffene nur noch als halber Mann, als Schwächling und hat Angst, von seinem Umfeld ebenfalls als solcher wahrgenommen zu werden. Vor allem von seiner Frau, weshalb schnell ein Teufelskreis beginnt, aus dem es schwer ist, wieder auszubrechen. Der Betroffene zieht sich zunehmend von seiner Frau zurück, die allerdings keine Ahnung von den wirklichen Ursachen des Problems hat. Daher fühlt sie sich weggestoßen und nicht mehr begehrenswert, wenn Ihr Mann auf einmal im Bett nichts mehr von ihr wissen will. Alle Zutaten für die perfekte Krise sind im Topf, ein schlimmes Ende steht an, wenn die Suppe nicht ausgelöffelt wird. Und dies sollte idealerweise gemeinsam geschehen. Denn so wird die Krise wirklich zu einer Chance.

Umdenkprozeß bei der erektilen Dysfunktion

Dem produktiven Umgang mit der erektilen Dysfunktion sollte eine umfassende Neubetrachtung aller Umstände vorausgehen. Zunächst einmal bedeutet die erektile Dysfunktion wie bereits erwähnt, kein Schicksalsschlag für das ganze Leben. Das Pharmaunternehmen Pfizer hat Ende der 1990er Jahre ein Präparat auf den Markt gebracht, mit welchem eine erfolgreiche Behandlung der Erektionsstörung möglich ist – Viagra. Seitdem sind mit Cialis und Levitra weitere Medikamente gefolgt, mit denen die erektile Dysfunktion ein Ende hat. Mit der Verbreitung dieser Medikamente hat ein Umdenken stattgefunden. Die erektile Dysfunktion wird nicht mehr verschwiegen, viele Männer gehen offener damit um, wenn das alte Vorurteil des „halben Mannes“ noch in vielen Köpfen steckt. Durch diesen Umgang wird es für Betroffene leichter, Hilfe zu holen und im ersten Schritt zu einem Mediziner zu gehen.

Unentdeckte Krankheiten diagnostizieren, behandeln und Lebensqualität steigern

Dieser Schritt ist auch einer der wichtigsten. Denn die erektile Dysfunktion ist kein plötzlich und singulär auftretendes Phänomen, sondern immer nur ein Symptom für tiefer liegende Ursachen, die zumeist körperlicher oder seelischer Natur sind und durch welche die Lebensqualität ganz allgemein sinkt. Zu diesen Ursachen der erektilen Dysfunktion gehören etwa Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Übergewicht und ungesunde Ernährung. So kann bereits eine Ernährungsumstellung helfen, die Erektionsstörung zu beenden und andererseits abzunehmen und sich gesünder zu ernähren, was zu einer gesteigerten Lebensqualität führt. Auch andere Erkrankungen können behandelt werden, nachdem sie diagnostiziert worden sind, was ebenfalls langfristig die Lebensqualität steigert. Dies betrifft auch seelische Ursachen der erektilen Dysfunktion wie etwa Depressionen oder auch nur Streß. Nach einer umfassenden Beratung kann der Arzt zudem effektive Potenzmittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion verschreiben, wie etwa Viagra, Cialis oder Levitra.

Die Partnerin einweihen und Druck herauslassen

Ein weiterer wichtiger Schritt, um die erektile Dysfunktion in eine Chance zu begreifen, die langfristig zu mehr Lebensqualität führt, ist, sich der Partnerin gegenüber zu öffnen, auch wenn es für viele Männer nicht leicht ist. Doch die Betroffenen sollten sich klarmachen, daß sie im Ansehen ihrer Partnerinnen in der Regel nicht sinken werden. Im Gegenteil. Frauen, die sich eher fürsorglich um ihre Partnerschaft kümmern, werden erleichtert sein, zu wissen, woran es liegt und es nicht mehr auf sich beziehen. Die Spannungen werden deutlich gelöst, der Druck, der selbstverschuldet auf dem Mann lastet, verschwindet. Darüber hinaus kann die erektile Dysfunktion entspannter und effektiver behandelt werden, die Partnerin hat in der Regel eine andere Sicht auf die Dinge und kann weitere Ideen in die Behandlung einbringen.

Das Thema in einem offenen Gespräch ansprechen und die Beziehung vertiefen

Und genau das klärende Gespräch mit der Partnerin über die erektile Dysfunktion kann das Problem zu einer großen Chance für die Beziehung werden lassen. Statt diese aufs Spiel zu setzen, indem das Problem verschwiegen wird, woraus Spannungen und Mißtrauen entstehen kann und nicht selten die Trennung am Ende steht, wird aus dem offenen Gespräch das gegenteilige Ergebnis erzielt. Durch das offene Gespräch wird vielmehr neues Vertrauen erzeugt, durch die Unterhaltung, in der die sich im Laufe der Jahre einer langjährigen geänderten sexuellen Prämissen nicht selten ändern, werden diese neuen Vorlieben und Bedürfnisse geklärt, alte Bedürfnisse wieder angesprochen. Auf diese Weise vertieft sich diese Beziehung und wird auf eine neue Ebene gehoben.

Die gemeinsam durchgestandene schwere Zeit schweißt zusammen

Die gemeinsam durchgestandene schwere Zeit wirkt zudem wie neuer Beziehungskitt, der das Paar noch enger zusammenbringt. Wichtig ist auch, die Partnerin einzuweihen und nicht zu verschweigen, daß Viagra, Cialis oder Levitra eingenommen wird, da die Partnerin, die sich in der Zeit ohne Sex mit dem Umstand abgefunden hat, sonst plötzlich von der neuen Sexlust des Partners überfordert fühlen könnte. In diesem Fall ginge der Schuß nach hinten los, die vermeintlich ideale und gut gemeinte Lösung des Problems könnte sich zu einem neuen entwickeln.